Samstag, 13. Dezember 2025

Vorsätze 2026

Vorsätze 2026

Liebe Alle 

für 2026 habe ich eine radikale, endgültige Entscheidung getroffen:

Ich wechsle den Beruf.

Ich habe mein Diplom gemacht und bin jungianische Psychoanalytikerin geworden.

Ich mag dieses Wort sehr. Psychoanalytikerin.

Es ist ein alter Traum – und damit zwangsläufig aus der Mode.

Ich will den ganzen Tag Psychoanalyse machen.

Träume und Bilder, den ganzen Tag.

Pausen statt Hektik.

Ohne Diagnosen.

Ohne Streit mit den IV-Stellen.

Ohne Berichte schreiben zu müssen.

Ohne Dramen mit Krankenkassen, TARDOC und anderen bürokratischen Fetischen.

Ich will mit der Zeit arbeiten, nicht gegen die Bürokratie.

Ich will aufhören, freie Berufstätige zu sein: „frei“ nur darin, alle Verantwortung zu tragen, während sich die offiziellen Stellen die Hände in Unschuld waschen und die Wartelisten verlängern.

Weit weg von …

… dem pseudo-poetischen Unsinn mancher Klient:innen:

„Ich spüre, wie mein Dopaminspiegel steigt.“

… von denen, die mit vierzig entdecken, „divergent“ zu sein, weil es ihre Kinder sind und die Gene ja schließlich irgendwoher kommen müssen.

… von verletzten Managern, die sich – sobald sie keine Manager mehr sind – plötzlich für invalid erklären.

… von denen, die auf Dauer als krank zertifiziert werden wollen.

… von denen, die Medikamente verschreiben und absetzen, als wären es saisonale Nahrungsergänzungsmittel.

Leb wohl.

Leb wohl dem Zirkus der Abkürzungen:

PDA.

Trans (als Totemwort, nicht als menschliche Realität).

„Divers“.

Neurodivergent.

AutADHS und diverse Doppeldiagnosen wie Pokémon-Karten.

Genug von neuen englischen Begriffen für Konzepte, die so alt sind wie Freud

(der immerhin noch den Anstand hatte, auf Deutsch zu schreiben).

Die einzige wirkliche Neuheit ist eine andere:

DIE FILIOKRATIE

Die Herrschaft der Kinder.

Das Zeitalter, in dem Kinder tyrannisieren und Erwachsene zu Sklaven werden.

Darüber will ich schreiben. Denn ich habe genug davon, Familien immer wieder zu predigen:

die Wiederholung ermüdet mich und langweilt mich

die Eltern fühlen sich immer schuldig

Ich habe genug von Eltern verwöhnter und ungehorsamer Kinder, die überzeugt kommen, ihr Kind leide an einer neuen, mysteriösen neurologischen Krankheit – kurz davor, „fast“ wissenschaftlich bewiesen zu sein; wie im Übrigen alle psychischen Krankheiten, seit es die Psychiatrie gibt.

Ich habe genug von Eltern, die mir sagen, worüber man vor den Kindern sprechen darf und worüber nicht, die so tun, als wären sie bei einer entfernten Bekannten zu Besuch.

Ich habe genug von Kindern, die sich trotz allem nach fünf Minuten ohnehin der Mitarbeit verweigern.

Ich habe genug von diesem Zirkus.

Liebe Eltern

bildet euch weiter.

Holt euch eure Autorität zurück.

Denkt an Verantwortung – nicht nur daran, Hindernisse aus dem Weg eurer Kinder zu räumen.

Überwacht nicht ihren Atem.

Erzieht sie zum Gehorsam gegenüber Bezugspersonen.

Erinnert euch:

Ein Kind ist ein Kind ist ein Kind.

Es ist kein Erwachsener im Miniaturformat.

Es lebt nach dem Lustprinzip.

Lasst Kinder Kinder sein: Zieht sie nicht in eine künstliche Demokratie hinein, die sie zu kleinen Despoten macht und euch Eltern zu Untertanen.


Und was ist mit den Neurodivergenten?

Ich spreche von jenen, die um jeden Preis eine Asperger-Diagnose wollen.

Denn die wirklichen Patient:innen – jene, die wirklich leiden – wollen keine Diagnose.

Sie wollen Lösungen.

Wer sich selbst verloren hat, sucht neue Identitäten über die Pathologie.

Wie verzweifelt muss man sein, sich in ein Etikett der Neurodiversität zu flüchten, statt zu versuchen, weiterzugehen?

Wer weiß, welches Schicksal dieses Wort erwartet – es ist jetzt schon inflationär gebraucht.

Ich jedenfalls fühle mich, ohne unbedingt neuro-divers zu sein, ziemlich anders.

Wer mich kennt, weiß es:

innerhalb gewisser Grenzen folge ich der Mode.

Und so fühle ich mich:

divers blond

divers groß

divers reich

Und ich wäre auch gern divers gut:

nur noch privat arbeiten.

Aber daran …

muss ich noch arbeiten.

Vorsätze 2026.


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